Ausflug zu den Gartenbäuerinnen im Landkreis Ansbach

Ein Ausflug für alle Sinne

Auf zu Gartenbäuerinnen im Landkreis Ansbach

 

Am Samstag, 12.September 2015 war es wieder soweit. Bei anfangs noch recht trübem und nieseligem Wetter machten sich knapp 50 Mitglieder der Aalener Obst- und Gartenbauvereine auf den Weg, um fränkische Bauerngärten kennen zu lernen.

Ein frischer Salbeitee stimmte schon gleich wohltuend auf die 1. Gartenführung von der Gartenbäuerin Doris Hoffmann in Kaierberg ein. Diese bot nämlich neben einem artenreichen Bauern- und Staudengarten mehrere Stationen, an denen kleine „Versucherle“ probiert werden konnten. Besonders gut schmeckten das frische Brot und das „Garten-After-Eight“.

Im perfekten Outfit mit Strohhut und selbst genähtem Gartenkittel wusste Doris Hoffmann viel Interessantes und Amüsantes rund um diverse Gartenpflanzen zu berichten. Passende Anekdoten und Gedichte untermalten ihre Ausführungen und ließen uns oft schmunzeln. Auch konnten einige Teilnehmer ihr Pflanzenwissen unter Beweis stellen und dieses mit vorher ausgeteilten Pflanzenschildern benennen.

Gemüse, Kräuter, Stauden und diverse Wildkräuter wuchsen hier im Garten einträchtig nebeneinander und bildeten ein sehr harmonisches und naturnahes Gesamtbild.

Wir hätten Frau Hoffmann noch viel länger zuhören können, aber schon stand der nächste Programmpunkt an. Die ursprünglich geplanten kleinen Fingerhappen entpuppten sich als umfangreiches Büffet, dass für jeden Geschmack diverse Köstlichkeiten bot. Ob Giersch- oder Brennesselbrot, Salbeibutter, Kräuterquark und Gemüsequiche – alles frisch und handgemacht. Natürlich fehlten zum Abschluss auch nicht Kaffee, leckere Zwetschen und Apfelkuchen.

Die Teilnehmer verteilten sich zum Essen im Garten auf den unterschiedlichen, liebevoll arrangierten Sitzplätzen und genossen Speisen und Ambiente. Zwischenzeitlich hatten sich auch sogar die Wolken verzogen und die Sonnenstrahlen ließen den Garten noch schöner erscheinen.

 

Bestens gestärkt und mit vielen neuen Ideen ging es weiter zum historischen Friedhof in Segringen.

Herr Klein, langjähriger Friedhofsführer mit Leib und Seele brachte uns geistreich und witzig die Geschichte des Friedhofs näher. Er wusste auf jede Frage die passende Antwort und auch wenn viele den Friedhof schon früher einmal besucht hatten, sahen wir manche Dinge nun mit anderen Augen. Auch die Stellung der Holzkreuze mal am Kopf- und mal am Fußende der Gräber machte nun Sinn.

Da die Zeit leider schon wieder drängte, fiel der Blick in die Segringer Kirche nur ganz kurz aus und im Gasthaus nebenan stand schon das vorbestellte Mittagessen quasi auf dem Tisch. Neben den Klassikern wie Krustenbraten und Schnitzel fanden aber auch Amaranthtaler und Grünkernbratlinge ihre Liebhaber.

 

Nach einer kurzen Verdauungsfahrt empfing uns die Gartenbäuerin Sonja Reichert in ihrem Garten in Langensteinbach. Aufgrund der Gruppengröße übernahm ihr Mann einen Teil der Gruppe und so konnten wir vieles besser sehen und hören. Hochbeete aus ausrangierten Spaltenböden, ein Kraterbeet, Laubenpavillon, eine Kneippanlage und diverse andere Gartenzimmer, alle mit eigenen Namen versehen, boten vielfältige Anregungen für den eigenen Garten.

Auch hier wurde das Motto des problemlosen Nebeneinanders von Kultur- und Wildpflanzen gelebt. Neuseeländer Spinat als problemloses Gemüse war bislang nur den wenigstens bekannt.

Das „Frühstück im Bett“ gewann im Garten Reichert eine ganz andere Dimension. Herr Reichert, ein Mann, der handwerklich alle Gewerke beherrscht, setzt viele Ideen seiner Frau gekonnt um. Das praktische Regal aus einer Holzkiste und die bepflanzten Regenrinnen werden sicher einige Nachahmer finden.

Über Funktion und Beschickung des Holzbackofens wollten Viele ganz genaue Details wissen. Beim Zuhören merkten wir schnell, dass Familie Reichert die Ideen so schnell nicht ausgehen.

Mit selbstgebackenem Kuchen fand der Tag einen leckeren und gemütlichen Ausgang.

 

Gut gelaunt und neu motiviert mit der einen oder anderen Anregung für den Garten daheim machten wir uns dann wieder auf den Heimweg. Im Hinterkopf hatte dabei bestimmt jeder den Spruch von einer der in den Gärten beschrifteten Dachziegel: „Unkraut nennt man Pflanzen, deren Vorzüge noch nicht erkannt worden sind.“

Also nur nicht aufregen – „Gartenlust statt Gartenfrust“ – was wollen wir mehr.

 

Christiane Karger